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Dezember 10, 2010 / jeschko

Weniger ist mehr // Gaumenfreuden im Restaurant Millhouse Sushi


Etwas eisig ist es in diesen Tagen auf der Einkaufsstrasse Na přikopě, die zum Slawischen Haus (Slovansky Dům) führt. Im Hinterhof des historischen Gebäudes, in dem heute eine Einkaufspassage untergebracht ist, markiert ein farbenfrohes Menüschild den Eingang und der Besucher weiß, dass die Zeit für einen kostspieligen, aber exquisiten Aufenthalt im Restaurant Millhouse Sushi gekommen ist. Nach einem warmen Sake, dem typisch japanischen Reiswein und einer Miso Shiru, einer Seegrassuppe (80 Kč), die in einer geschlossenen Keramikschale serviert wird, verfliegt die mitgebrachte Kälte und auch die zunächst etwas kühl wirkende Atmosphäre des Interieurs. Kühle und Formstrenge gehorchen hier jedoch einem höheren Zweck als der häufig mit Naturholz und Zigarrenqualm erzeugten Gemütlichkeit. Die Inneneinrichtung, die an die traditionellen Zimmer (Washitsu) und Schiebewände (Shoji) des japanischen Landhausstils erinnert, stellt eine passende Bühne für die akkurat und kunstvoll zubereiteten Köstlichkeiten der Sushi-Küche dar.

„Während viele Sushi-Restaurants den gerade ausgebildeten Azubi zum Chefkoch erklären, ist uns die langjährige Erfahrung unserer Köche wichtig, denn man schmeckt den Unterschied – und der spiegelt sich auch in unseren Preisen wieder“, so Inhaber Igor Ivanovič. Hierbei fokussieren die Köche von Millhouse Sushi vor allem amerikanische und europäische Adaptionen, die auf die Vorlieben westlicher Gaumen abgestimmt sind – ohne jedoch die japanischen Vorbilder aus den Augen zu verlieren. Rechtwinklig angeordnet, warten bereits die Essstäbchen und die tonerne Schale für den nach Art des Hauses präparierten Soja-Dip. Für den zur Suppe gereichten Meeresalgensalat mit Salatgurken und Sesamkernen (Wakame), der für 100 Kč erhältlich ist, dient als Dressing eine raffinierte Mixtur aus Reisessig und Sake, die den etwas säuerlichen Meeresalgen eine angenehm milde Note verleiht. Die für 280 Kč erhältlichen Lachs-Chips brillieren durch ein auf handelsüblichen Stapelchips gebettetes, cremiges Topping aus Seelachssalat und Fliegenfischkavier (Tobiko), die den Verzehr zu einem gezügelten Feuerwerk der Sinne werden lassen.

Dass es sich bei Millhouse Sushi um ein Nichtraucher-Restaurant handelt, versteht sich von selbst. Nichts soll hier den Blick auf die optischen Kreationen und schon gar nicht die Geschmacksknospen trüben. Die zum Nigiri Sushi, Maki Sushi oder California Maki gereichten Ingwerscheibchen helfen dabei den Geschmackssinn für den nächsten Happen zu neuralisieren. Das für 440 Kč erhältliche Negimaki, das hauchdünnes Rindfleisch mit Rukolasalat und einer Füllung aus grünem Spargel, Samtfußrüblingen und Austernsauce kombiniert, zeugt, wie auch das in Teriyaki-Sauce servierte Hühnchenfilet (320 Kč), von großer Kochkunst.

Millhouse Sushi, Na přikopě 22, Prag 1, geöffnet: täglich 11 bis 23 Uhr, www.millhouse-sushi.cz

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