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April 5, 2012 / jeschko

Wandern und Schlemmen im Prager Hobbitland // Ein Ausflug ins Prokop-Tal zu Klukovices „Schwarzem Hahn“

Etwas außer Atem mag der ungeübte Bergsteiger nach Emporklimmen des parallel zur „weissen Wand“ verlaufenden Wanderweges sein. Aber der mühsame Aufstieg entlang der steil aufragenden Kalksteinformation lohnt sich: von dort oben hat man einen sagenhaften Ausblick über die Stadt und das südöstliche Moldautal. Wir befinden uns unweit der Eisenbahnstation Prag-Žvahov. Hier, am Fuße des steinernen Riesen, startet der Höhenweg des von Forst und Felsen gesäumten Prokop-Tals (Prokopské údolí).

Neben der Anreise mit der kompakten 1-Wagon-Bahn vom Bahnhof Smichov, fahren Busse der Linien 104 und 120 die Station V Uličce im Prager Stadtteil Hlubočepy an. Hier beginnen zwei bodenständigere Wanderrouten, die entweder an Kletterwänden vorbei durch die malerische Hügellandschaft oder durch die kinderwagenfreundliche Talsohle führen. Ganz gleich aber, ob man zunächst der Straße „Pod Žvahovem“ in die historischen Winkel Hlubočepys oder der Hlubočepská in Richtung Streichelzoo und Spielplatz folgt: an der historischen Eisenbahnbrücke und dem talschürfenden Flüßchen Dalejský führt kein Weg vorbei.

Mehr über die bedeutsame Geologie, Fauna und Flora des Naturreservats erfährt der Besucher über die Infotafeln entlang des blau markierten Wanderwegs. Anhand der offen zu Tage tretenden Gesteinslagen und der in ihnen aufgefundenen Fossilien bietet das Prokop-Tal nicht nur Wissenschaftlern interessante Anschauungsobjekte der frühen Erdgeschichte. Der Kleine Prokop-See (Prokopské jezírko) bietet hierbei ein Idyll, das – von Stockenten und Schwan mal abgesehen – ohne Weiteres der Bergwelt entstammen könnte. Auch die umliegenden Wiesen und Wälder, die über die hangaufwärts führenden, gelb markierten Wege erreichbar sind, verbreiten trotz der miniaturisierten Plattenbauten im Hintergrund einen Tolkiens Hobbitland ähnlichen Charme.

Gesetzt den Fall, dass man die in der Talzone eingerichtete Feuerstelle (samt Grillvorrichtung) mangels Holz und Picknikvorrat ausgelassen hat, dürfte sich bei den notorischen Hungermäulern bereits der erste Appetit regen. Wie gelegen kommt nach dem ersten Drittel der etwa 10 Kilometer langen Wanderroute das Örtchen Klukovice mit seinem etwas versteckten und nach Kaminholz duftenden Restaurant „Schwarzer Hahn“. Mit Rindfleisch- und Gemüsesuppen ab 35 CZK und einem halben Liter Krušovice für 26 CZK werden hier auch Pfennigfuchser die ersten Anzeichen von Appetit erfolgreich bekämpfen können. Während Tagesgerichte inklusive Suppe von montags bis freitag für 110 bis 135 CZK erhältlich sind, kosten die Grill- und Wild-Spezialitäten des Hauses zwischen 145 und 295 CZK. Schweineschnitzel mit Pommes Frites gibt es für 149 CZK, Ente nach tschechischer Art für 189 CZK. Wer den Ausflug in diesen stadtuntypischen Teil Prags gezielt mit einem Festmahl ausklingen lassen möchte, wird gebeten den für 990 CZK erhältlichen, in Wein eingelegten Hahn 24 Stunden im Voraus zu bestellen.

Černý Kohout, Bublavská 308, Prag 5 – Klukovice, geöffnet: täglich 11 bis 23Uhr, www.cerny-kohout.cz

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